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DevPreview 1.4 zeigt, was in einem Archiv steckt

Leertaste auf einem ZIP oder tar.gz, und der Finder zeigt das Inhaltsverzeichnis statt eines Symbols. Ohne Entpacken, ohne Passwortfrage. Dazu eine Vorschau in der Größe, die du willst.
3. September 2026 durch
DevPreview 1.4 zeigt, was in einem Archiv steckt
IT-Guy
macOS Quick Look Entwicklerwerkzeuge Archive ZIP

DevPreview 1.4 zeigt, was in einem Archiv steckt

Leertaste auf einem ZIP oder tar.gz, und der Finder zeigt das Inhaltsverzeichnis statt eines Symbols. Ohne Entpacken, ohne Passwortfrage. Dazu eine Vorschau in der Größe, die du willst.

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Martin Schmid
2026-09-03

Die Leertaste auf einem ZIP

Ein Kunde schickt dir ein ZIP mit dem Export seiner Buchhaltung. Du willst nur wissen, ob die Rechnungen als PDF oder als CSV drinliegen und ob der Ordner mit den Belegen dabei ist. Bisher hieß das: entpacken, nachsehen, den entpackten Ordner wieder löschen. Quick Look zeigte dir bei einem ZIP nichts als ein Symbol und die Dateigröße.

Seit DevPreview 1.4 drückst du die Leertaste und siehst das Inhaltsverzeichnis: jeden Pfad, die Größe, bei ZIP die gepackte Größe, das Änderungsdatum. Die Tabelle ist nach Pfad sortiert, der Ordnername steht in gedämpfter Farbe vor dem Dateinamen, damit du die Struktur auf einen Blick erfasst.

Der Knopf „Dekomprimieren“, den der Finder oben rechts anbietet, bleibt dabei stehen.

Quick-Look-Vorschau einer ZIP-Datei im Finder: eine Tabelle mit Pfad, Größe, gepackter Größe und Datum je Eintrag

Welche Archive zeigt DevPreview?

ZIP und JAR, tar sowie tar.gz, tar.bz2 und tar.xz, also tar mit gzip, bzip2 oder xz. Eine einzelne .gz-Datei zeigt die Datei, die sie umhüllt, samt Originalname und Größe. 7z und RAR bleiben außen vor: Ohne fremde Bibliothek lässt sich ihr Kopf nicht lesen, und eine Bibliothek, die ich nicht in den Store bringen will, kommt nicht in die App. Für diese beiden Formate siehst du weiter die gewohnte Systemkarte.

Verschlüsselte ZIP-Archive sind ein eigener Fall. Ihre Dateinamen und Größen stehen im Klartext im Archiv, nur der Inhalt ist geschützt. DevPreview listet sie deshalb wie jedes andere ZIP, hängt an jeden geschützten Eintrag ein Schloss und fragt nie nach einem Passwort. Das ist eine bewusste Grenze: Die Vorschau soll dir sagen, was drin ist, nicht die Verschlüsselung aufmachen.

Warum ein Archiv mit fünf Gigabyte sofort da ist

Ein ZIP trägt sein Inhaltsverzeichnis am Ende der Datei. DevPreview liest genau dieses Ende und sonst nichts, entpackt also kein Byte des Inhalts. Deshalb kostet ein Archiv mit fünf Gigabyte dieselbe Zeit wie eines mit fünf Kilobyte.

tar-Archive haben kein solches Verzeichnis. Die Kopfzeilen der Einträge liegen im Datenstrom verstreut, und bei tar.gz muss der Strom dafür entpackt werden. DevPreview liest hier mit Budget: anderthalb Sekunden oder 256 Megabyte gepackter Eingabe, je nachdem, was zuerst erreicht ist. Mehr als zehntausend Einträge zeigt die Tabelle ohnehin nicht. Wer eine dieser Grenzen reißt, bekommt die Liste bis dahin und einen Hinweis, dass sie unvollständig ist. Ein abgeschnittenes oder beschädigtes Archiv sagt dir das ebenfalls, statt eine Liste vorzutäuschen, die vollständig aussieht.

Dass Quick Look ZIP-Dateien überhaupt an eine fremde Erweiterung abgibt, war vorher nicht sicher. Bei HTML verweigert macOS das, gemessen im August. Bei Archiven klappt es, gemessen am 2. September 2026 auf macOS 26.6. Word-, Excel- und Pages-Dokumente sind technisch ebenfalls ZIP-Dateien. macOS meldet sie aber als das, was sie sind, und ihre Vorschau bleibt unberührt.

Die Vorschau in der Größe, die du willst

Die zweite Neuerung geht auf eine Beobachtung zurück, die du vermutlich kennst: Du ziehst das Quick-Look-Fenster größer, drückst beim nächsten Mal die Leertaste, und es ist wieder klein. Quick Look merkt sich diese Größe bei Vorschauen aus Erweiterungen nicht, und die Erweiterung erfährt nie, wie groß du das Fenster gezogen hast. Sie kann nur eine Wunschgröße mitgeben.

Genau die stellst du jetzt in DevPreview unter „Darstellung“ ein, mit zwei Reglern für Breite und Höhe. Die Vorgabe sind 1000 mal 800 Punkte. Die Obergrenze richtet sich nach deinem kleinsten angeschlossenen Bildschirm, damit die Vorschau auf jeden Monitor passt und auf dem Notebook-Display nicht über den Rand hängt.

Was aus Version 1.3 erst jetzt ankommt

Version 1.3 hat den Store nie erreicht. Apple hatte sie freigegeben, ich habe sie nicht veröffentlicht, und mit 1.4 kommen ihre Neuerungen zum ersten Mal zu dir:

  • Kopierknöpfe in jeder Vorschau. Bei Markdown und reStructuredText gibt es zwei, einen für den Quelltext und einen für den formatierten Text. Überschriften und Fettungen überleben ein Einfügen in Mail.
  • Jeder Codeblock hat seinen eigenen kleinen Kopierknopf.
  • Bilder, die eine Vorschau nicht laden darf, erscheinen als Kachel mit Dateiname und Alternativtext statt als kaputter Rahmen. Der Grund ist die Sandbox: Eine Quick-Look-Erweiterung darf genau die eine Datei lesen, die du angeklickt hast, und keine daneben.
  • Konfigurationsdateien mit den Endungen .conf, .cfg und .ini erscheinen auf jedem Mac, auch ohne BBEdit oder VS Code, die macOS bisher als Lieferanten für den Dateityp brauchte.
  • Die Beschriftungen in der Vorschau folgen der Systemsprache: Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch.

Abschaltbar, und alles bleibt auf deinem Mac

Wie jedes Format lässt sich die Archivliste in den Einstellungen abschalten, dann zeigt der Finder wieder seine Systemkarte. Und wie bisher bleibt alles auf deinem Mac: Die Erweiterung hat keinen Netzwerkzugriff, und ein Konto brauchst du weiterhin nicht.

DevPreview 1.4 läuft ab macOS 13 und liegt im Mac App Store. Wer es schon hat, bekommt das Update über den App Store. Alle Formate und die Bildschirmfotos stehen auf der Produktseite.


Erstellt von Martin Schmid, mit Unterstützung von Claude Fable 5.1 und nach eigener inhaltlicher Prüfung freigegeben. Es gelten unsere Hinweise und Haftungsausschluss.

DevPreview 1.4 zeigt, was in einem Archiv steckt
IT-Guy 3. September 2026
Archiv
Was ich selbst jeden Tag benutze
DevPreview zeigt Markdown, reStructuredText, YAML, CSV und Logs im Finder gerendert. Fast jede Funktion entstand, weil sie mir bei der eigenen Arbeit gefehlt hat.