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ai-workbench: Terminal-Cockpit für KI-Entwicklung

· 2026-08-05

Vier Fenster, ein Verzeichnis

Du navigierst im Dateibrowser in ein Projekt – und der KI-Assistent, LazyGit und deine Shell stehen im selben Verzeichnis. Kein cd in drei Fenstern, kein Suchen, welches Terminal gerade wo steht.

Das ist der Kern von ai-workbench: ein Multiplexer für die Terminaloberfläche, geschrieben in Rust. Links der Dateibaum, rechts oben die Vorschau mit Syntaxhervorhebung, rechts unten drei umschaltbare Bereiche für KI-Assistent, LazyGit und Shell.

Zum Projekt auf GitHub →

Läuft überall, wo eine Shell läuft

Hier trennt sich ein Terminalwerkzeug von einer IDE: Du verbindest dich per SSH auf einen Server – und startest dort das komplette Cockpit. Dateibrowser, KI-Assistent, Git und Shell laufen auf der Maschine, auf der auch der Code liegt.

Kein lokaler Client, keine Erweiterung, die eine Gegenstelle installiert, kein Dateiabgleich zwischen zwei Rechnern. Ein Binary auf dem Zielsystem genügt – auch auf einer Maschine ganz ohne grafische Oberfläche.

Damit das im Alltag nicht an Kleinigkeiten scheitert, steckt viel Arbeit im Randbereich:

  • Zwischenablage über SSH – fünf Verfahren nacheinander, bis hin zur OSC-52-Sequenz, die durch die Terminalverbindung selbst kopiert.
  • Vorschau und Export vom Server – ein exportiertes PDF landet über die bestehende Verbindung in deinem lokalen Download-Ordner, statt einen Konsolenbrowser zu starten, der dir die Oberfläche zerlegt.
  • Bilder einfügen über SSH – der Einrichtungsassistent erkennt eine SSH-Sitzung und erklärt, wie du die Brücke zu deiner lokalen Zwischenablage aufbaust.
  • XRDP und Kitty werden ausdrücklich mitgetestet, nicht nur das lokale Terminal.

Praktisch heißt das: derselbe Arbeitsplatz auf dem Notebook, auf dem Entwicklungsserver und auf der Kundenmaschine – über dieselbe SSH-Verbindung, die du ohnehin offen hast.

Warum nicht einfach eine IDE?

Weil moderne Entwicklungsumgebungen mit jeder Version schwerer werden. Visual Studio Code startet langsam und bringt Funktionen mit, die im täglichen Ablauf nur im Weg stehen. Zed und Google IDX habe ich ausprobiert – beide gut gemacht, beiden fehlt die Shell-First-Haltung.

Was ich wollte: eine Umgebung, die so schnell reagiert wie der Gedanke davor. Über den Jahreswechsel 2025/2026 ist daraus ai-workbench geworden.

Kein Overhead. Ein einzelnes Binary. Startet in unter einer Sekunde.

Sechs KI-Backends, eine Oberfläche

Der KI-Bereich ist nicht auf einen Anbieter festgelegt. Du wählst beim Start – oder wechselst zur Laufzeit mit F8:

Backend Aufruf
Claude Code ai-workbench claude
OpenCode ai-workbench opencode
Pi ai-workbench pi
Codex (OpenAI) ai-workbench codex
Ollama + OpenCode ai-workbench ollama-opencode
Ollama + Pi ai-workbench ollama-pi

Die letzten beiden laufen lokal über Ollama – ohne dass Code das eigene Netz verlässt. Deine Wahl merkt sich das Werkzeug bis zum nächsten Start.

Was du im Alltag davon hast

  • Dateibrowser mit Git-Status – Farben zeigen dir sofort, was geändert, neu oder in Konflikt ist. Auch für ganze Verzeichnisse zusammengefasst.
  • Vorschau mit Syntaxhervorhebung für über 500 Sprachen, dazu gerendertes Markdown und ein eingebauter Editor mit Suchen-und-Ersetzen.
  • Mausunterstützung, die sich richtig anfühlt – klicken zum Fokussieren, Rad zum Scrollen. Läuft in einem Bereich eine Anwendung mit eigener Maussteuerung, bekommt sie die Ereignisse durchgereicht.
  • PDF- und HTML-Export aus Markdown-Dateien, direkt aus der Vorschau.

Installation

Auf dem Mac und unter Linux mit Homebrew:

brew install eqms/ai-workbench/ai-workbench

Alternativ lädst du das passende Archiv direkt von der Release-Seite – es gibt Builds für Linux und macOS jeweils als ARM64 und x86_64, dazu Windows-Pakete. Die Archive sind signiert.

Aktualisieren kannst du aus dem Werkzeug heraus: Die Hilfeseite prüft auf Anfrage, ob eine neuere Version vorliegt, und ersetzt das Binary an Ort und Stelle.

Was du mitbringen solltest

git ist Pflicht. lazygit brauchst du für den Git-Bereich, und das CLI deines gewählten KI-Backends muss im Pfad liegen. Beim ersten Start prüft ein Einrichtungsassistent, was fehlt, und sagt dir, wie du es nachinstallierst.

Für die Zwischenablage unter X11 hilft xclip oder xsel, unter Wayland wl-clipboard. Ohne diese Programme greift die OSC-52-Sequenz – die funktioniert auch über SSH, kann aber nicht zurücklesen.

Ehrlich gesagt

ai-workbench ersetzt keine IDE. Wenn du grafische Debugger, Refactoring über das gesamte Projekt oder eine Datenbankoberfläche brauchst, bist du in einer richtigen Entwicklungsumgebung besser aufgehoben.

Was es gut kann: dich im Terminal halten, wenn du dort ohnehin arbeitest – mit KI-Assistent, Git und Shell nebeneinander statt in vier Fenstern. Und zwar auf jeder Maschine, auf die du dich verbinden kannst.

Der Quelltext liegt offen unter der MIT-Lizenz. Sieh ihn dir auf GitHub an, probier es aus, und schreib mir, was fehlt.